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Und welchen Makler hätten Sie gern? Ein Blick auf die unterschiedlichen Maklermodelle

Wer in Markkleeberg seinen Briefkasten öffnet, kennt es – vor allem als Eigenheimbesitzer – ganz sicher: Immer mehr Immobilienunternehmen entdecken unsere Stadt für sich. Flyer versprechen kostenlose Bewertungen und den besten Verkaufspreis, es gibt Informationsveranstaltungen und inzwischen sogar Bootstouren für Immobilieneigentümer. Auch hier im Stadtjournal wird es immer bunter.
Natürlich ist das legitim – schließlich möchten alle diese Unternehmen neue Kunden gewinnen. Ich selbst beobachte diese Entwicklung aber nicht nur als Immobilienmaklerin, sondern auch als Markkleebergerin und Eigentümerin.
Seit 15 Jahren vermittle ich Immobilien in Markkleeberg und der Region. In dieser Zeit hat sich unser Beruf stark verändert. Heute können Eigentümer innerhalb weniger Minuten selbst online einen vermeintlichen Immobilienwert ermitteln lassen. Daten wie Wohnfläche, Grundstücksgröße und Baujahr sind schnell eingegeben – und ebenso schnell erscheint eine Zahl auf dem Bildschirm.
Doch eine Immobilie besteht eben nicht nur aus Daten.
Gerade in Markkleeberg können wenige Straßen einen erheblichen Unterschied machen. Die Nähe zum See, eine bestimmte Wohnlage, Verkehrsanbindung, Grundstückszuschnitt, Bebauungsmöglichkeiten oder einfach die Nachfrage nach genau diesem Haustyp beeinflussen den tatsächlich erzielbaren Preis. Hinzu kommen Besonderheiten, die keine Datenmaske kennt. Diese Erfahrung entsteht nicht am Computer, sondern durch jahrelange Arbeit vor Ort.
Wer sich beim Immobilienverkauf für professionelle Unterstützung entscheidet, steht allerdings vor der nächsten Frage: Welcher Makler soll es sein? Die Auswahl ist groß und die Geschäftsmodelle sind sehr unterschiedlich.
Es gibt große Online-Anbieter wie Homeday oder McMakler, Franchise-Systeme wie Engel und Völkers oder VON POLL Immobilien, größere Unternehmens- und Holdingstrukturen sowie Immobilienabteilungen von Banken und Sparkassen. Je nach Geschäftsmodell arbeiten dort angestellte oder selbstständige Makler unter einer gemeinsamen Marke und mit zentral vorgegebenen Strukturen und Abläufen. Daneben stehen inhabergeführte, regional tätige Maklerbüros. Dort betreut meist dieselbe Person den Eigentümer vom ersten Gespräch über die Wertermittlung und Vermarktung bis hin zum Notartermin.
Welche Form die richtige ist, hängt von den individuellen Erwartungen des Eigentümers ab. Einige Punkte sollten jedoch immer geprüft werden: Jeder gewerblich tätige Immobilienmakler benötigt eine Erlaubnis nach § 34c der Gewerbeordnung. Ebenso wichtig sind Versicherungsschutz, transparente Vertragsbedingungen, nachvollziehbare Referenzen und nachweisbare Marktkenntnis.
Gerade die regionale Marktkenntnis wird häufig unterschätzt. Wer vor Ort arbeitet, kennt nicht nur Preise und einzelne Wohnlagen, sondern auch die Nachfrage und die Erwartungen potenzieller Käufer. Stellen Sie sich einfach einmal die umgekehrte Situation vor: Sie möchten eine Wohnung in Warnemünde kaufen. An wen würden Sie sich wenden? Vermutlich an jemanden, der Warnemünde und den dortigen Immobilienmarkt wirklich kennt. Käufer suchen immer regional.
Deshalb mein Rat an Eigentümer: Schauen Sie bei der Maklerwahl nicht nur auf den Firmennamen, die Größe oder die Werbung. Schauen Sie auch auf den Menschen, dem Sie den Verkauf Ihrer Immobilie anvertrauen. Wie lange kennt er den Markt? Wer bewertet Ihre Immobilie? Wer führt die Besichtigungen? Und wer ist Ihr Ansprechpartner, wenn es einmal nicht nach Plan läuft?
Erfahrung und Marktkenntnis kann am Ende darüber entscheiden, ob eine Immobilie nur angeboten wird– oder zu einem wirklich guten Preis auch verkauft wird.